Justizvollzug als Profession:
Herausforderungen eines besonderen Tätigkeitsbereiches
-Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im niedersächsischen Justizvollzug-
2001-2004
Prof. Dr. Werner Greve
Dipl.-Psych. Alexandra Lehmann
Justizministerium Niedersachsen
Gegenstand des Forschungsprojektes ist eine Befragung der Bediensteten aller Dienst- und Berufsgruppen im niedersächsischen Justizvollzug. Die Befragung soll sich auf verschiedene Bereiche konzentrieren, u.a. Gesundheitsbelastungen, Arbeitszufriedenheit, aktuelle und antizipierte berufliche Herausforderungen sowie inhaltliche Aspekte der Arbeit. Das Projekt wird dabei inhaltlich und methodisch auch zu anderen Forschungsprojekten des KFN in Bezug gesetzt, so zur Repräsentativbefragung der niedersächsischen Polizei von 2000 und zu der seit 1997 laufenden Längsschnittbefragung der Inhaftierten in mehreren norddeutschen Jugendstrafanstalten.
Obwohl die Bediensteten im Justizvollzug offenkundig einen entscheidenden Einfluss nicht nur auf die Atmosphäre und die Arbeits- und Lebensbedingungen im Vollzug, sondern auch auf seine Effektivität und Effizienz haben, wird ihre Situation in der Wissenschaft weitaus weniger beachtet als beispielsweise die der Inhaftierten. Von genaueren und detaillierten Kenntnissen über die Arbeits- und Lebensqualität und insbesondere über mögliche spezifische psychische und physische Belastungen der Bediensteten, über die Erfüllung der Aufgabe des Vollzuges, über die Arbeit mit den Inhaftierten, über die Probleme in der Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit und den Medien profitieren daher sowohl die Bediensteten selbst als auch ihre Klientel und so letztlich die gesamte Gesellschaft, zu deren Schutz die Mitarbeiter im Vollzug arbeiten.
Die geplante Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vollzug soll ein breites Themenspektrum umfassen. So sollen Fragen zu individuellen Belastungen während und ausserhalb der Arbeit ebenso gestellt werden wie Fragen zu strukturellen Belastungen und Veränderungsdynamiken im Vollzug. Durch das Einbeziehen sämtlicher Dienst- und Berufsgruppen in die Befragung werden somit Aussagen zu allen Bereichen vollzuglicher Tätigkeit möglich. Die Chance auf eine längsschnittliche Befragung soll dabei berücksichtigt werden.
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Publikationen
KFN-Forschungsbericht Nr. 90 "Justizvollzug als Profession". Wichtig: In dem Forschungsbericht werden die Fragestellung, der Hintergrund und der Forschungsansatz des Projekts und des verwendeten Fragebogen erläutert. In diesem Bericht findet keine Ergebnisdarstellung statt!!!
Zum Thema: Liere, H. (2003). Arbeiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. KFN legt Zwischenbericht zur Mitarbeiterbefragung im Justizvollzug vor. ReformZeit (Zeitung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung), 9 (4), S. 4
Deutsche Gesellschaft für Psychologie: Auf der 10. Arbeitstagung der Fachgruppe Rechtspsychologie (Berlin) sowie auf der 3. Tagung der Fachgruppe Arbeits- und Organisationspsychologie (Mannheim) im Jahr 2003 wurden im Rahmen einer Poster-Sitzung das Projekt und einige ausgewählte erste Ergebnisse vorgestellt. Das dazugehörige Poster ist hier
downloadbar als PDF-Datei.
Der Endbericht zum Projekt wird zu Beginn 2005 in Buchform in der NOMOS-Reihe erscheinen (Autoren: Lehmann, A. & Greve, W., unter der Mitarbeit von N. Ansorge, S. Möller und K. Pigors).
Zum Thema "Ehrenamtliche im Justizvollzug" wird wahrscheinlich im Frühjahr 2005 ein weiterer Forschungsbericht in der KFN-Reihe erscheinen (Autoren: Lehmann, A. & Möller, S.).
In der Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe ist ein Artikel zum Thema "Justizvollzug und Öffentlichkeit" angenommen worden (Autoren: Lehmann, A. & Ansorge, N.).
aktualisiert 01.2005









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