Evaluation der Behandlung jugendlicher Sexualstraftäter


Projektdauer

2001-2003

ProjektmitarbeiterInnen

Dr. Daniela Hosser
Dipl.-Psych. Christiane Bosold

Finanzierung

Eigenmittel

Kurzbeschreibung

Das Projekt dient der Evaluation eines sozialtherapeutischen Behandlungsprogramms für jugendliche Sexualdelinquenten. Im Jahr 2000 wurde in der JA Hameln eine neue "sozialtherapeutische Abteilung im Aufbau" für jugendliche Sexualstraftäter eingerichtet, die anhand eines differenzierten Behandlungskonzepts mit schwerpunktmäßig kognitiv-behavioraler Ausrichtung arbeitet. Das Projekt dient der wissenschaftlichen Begleitung und Dokumentation der Implementation und Umsetzung des Behandlungsprogramms, wobei eine Erfolgsbeurteilung anhand eines erweiterten Prä-Post-Designs erfolgt.

Projektbeschreibung

Angeregt wurde das Projekt seitens der Jugendanstalt Hameln, deren Anliegen es war, die Wirksamkeit und Effektivität eines in seiner Ausrichtung neuen Behandlungsprogramms für Sexualstraftäter wissenschaftlich zu untersuchen. Das Behandlungsprogramm der Abteilung, die über eine Kapazität von 25 Haftplätzen verfügt, richtet sich an Insassen, die nach  § 174-180 oder  § 182 StGB verurteilt sind und deren Mindestverweildauer in der JA 12 Monate beträgt. Wohngruppenvollzug und besonders geschultes Personal bilden den Rahmen des Behandlungsprogramms, das in einer gesondert ausgestatteten Abteilung stattfindet. Zu den Kernbestandteilen zählt die deliktspezifische Intervention, die eine Motivations- bzw. Orientierungsgruppe und eine Behandlungsgruppe umfasst. Hinzu kommen einmal wöchentlich stattfindende Wohngruppenbesprechungen und ein wöchentliches Sportprogramm.

Die Evaluation des Behandlungsprogramms verfolgt zum einen das Ziel, die Effektivität des gesamten Behandlungsprogramms, gemessen an der Erfüllung der einzelnen Programmziele, hinsichtlich möglicher Kurzzeit- und Langzeiteffekte zu untersuchen. Zum anderen soll die Effektivität des Behandlungsprogramms in Abhängigkeit von möglichen Einflussfaktoren wie der Dauer der Behandlung, den motivationalen Bedingungen, dem therapeutischen Gruppenklima, der Inhaftierungszeit und der Art des sexuellen Deliktes geprüft werden. In Erweiterung eines klassischen Prä-/Postdesigns sind fünf Erhebungszeitpunkte vorgesehen. Die Datenerhebung findet mittels einer standardisierten Befragung anhand von Fragebögen statt. Die Überprüfung der Langzeiteffekte der Behandlung erfolgt mittels einer BZR-Anfrage und einer schriftlichen Nachbefragung der Teilnehmer. Im Sinne eines quasi-experimentellen Designs wird versucht, anhand der Gefangenenakten der Jugendanstalt Hameln eine Vergleichsgruppe unbehandelter Sexualstraftäter zu gewinnen. Es ist ferner ein Vergleich vorgesehen zwischen der Gruppe der Sexualstraftäter und einer im Rahmen des LoGo-Trainings behandelten Gruppe von Gewalttätern, die ebenfalls in der JA Hameln untergebracht sind.


aktualisiert 01.2005